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Bründl-Krippe

Das Lebenswerk des verstorbenen Künstlers Adolf Bründl kann dank des Engagements des Trachtenvereins "Unterillertaler Kempten" auch dieses Jahr in der Krypta der Basilika St. Lorenz besichtigt werden.

Termin / Besichtigungszeiten:
2. Dezember 2018 bis 27. Januar 2019
an allen Sonn- und Feiertagen jeweils von 14.00 - 16.00 Uhr




Die 6,5 x 4,5 Meter große Barock-Krippe, die mit vielen regionalen Bezügen versehen ist, zählt 200 Figuren und Tiere. Alles was in der Krippe glänzt und schimmert, hat Adolf Bründl selbst mit Blattgold vergoldet - sogar die Hufe der ausgestellten Pferde.



Die Szenen der Bründl-Krippe  (von links nach rechts)

 

Die Herbergsuche

 

Im Abendlicht treffen Maria und Josef in Bethlehem ein. Vor einem Wirtshaus frägt Josef um ein Nachtquartier. Der Wirt muß ihn abweisen, weil in seiner Herberge keoin Platz mehr ist.

 

Josef wußte, daß außerhalb der Stadt Schafställe leer standen; denn die Hirten hielten sich mit ihren Herden in dieser Jahreszeit oft wochenlang im Freien auf. In einen solchen Stall führte er Maria, die kurz vor ihrer Niederkunft stand.

 

Die Engel verkünden den Hirten die Geburt des Heilands

 

Auf dem Verkündigungsberg erscheinen die Engel. Ihre Gewandung ist vielfarbig und jener der römischen Legionäre nachgebildet. Statt der Feldzeichen mit dem Adler tragen sie die Waffe Christi: Stäbe mit dem Kreuz als Zeichen des Heils. Über ihnen strahlt die Sonne als Symbol für Christus, die „Sonne der Gerechtigkeit“.

 

Die ruhenden Hirten erschrecken und springen auf. Auch die Schafherde ist durch den Lichtglanz der Engel verwirrt. Ängstlich drängen die Tiere sich aneinander und scharen sich um die Hirten; denn bei ihnen fühlen sie sich geborgen.  Als die Engel die Frohbotschaft verkündet haben, machen sich die Hirten auf, um das göttliche Kind in der Krippe zu suchen.

 

Die Geburt Christi im Stall zu Bethlehem

 

Über dem Stall leuchtet der sechszackige Davidstern. Die junge Mutter Maria sitzt ganz nah bei ihrem göttlichen Kind. Josef steht bei ihr. Die Hirten bringen ihre Geschenke. Über dem Stall schweben Gottvater und der Heilige Geist in Form einer Taube. Gottes Sohn liegt in der Krippe. So ist der dreifaltige Gott hier sichtbar gegenwärtig.

 

Die Tauben im Baum bedeuten Frieden, den die Engel den Hirten soeben verkündet haben.

 

Die  Anbetung

 

Von allen Seiten kommen die Menschen, um das Jesuskind anzubeten und ihm ihre Gaben zu bringen. Hier hat der Krippenbauer auch sich selbst, seine Familie und seine Freunde dargestellt. Der Mann mit dem Holzbein und der Krücke steht stellvertretend für alle Kranken und Ausgegrenzten. Links steht abseits neben der Krippe ein ungläubiger, elegant gekleideter Mann, der dem Besucher zum Beweis seines Reichtums seinen Geldbeutel und ein Goldstück zeigt. Die niedrige Stalltüre neben ihm ist zwar offen. Aber er kann nicht zum Jesuskind gelangen, ohne sich demütig zu bücken und hindurchzugehen.

 

Die Königin von Saba mit ihrem Gefolge

 

Aus dem Hintergrund nähert sich der prächtige Zug der Königin von Saba. Diese Figur wird wohl in Anlehnung an die verschiedenen liturgischen Texte des Epiphaniefestes so genannt. Die Erinnerung an Belkis, die Königin der Sabäer, die um 1000 vor Christus  König Salomo in Jerusalem besuchte, drängt sich auf, wenn man die Texte hört: Die Könige von Arabien und Saba werden Geschenke herbeibringen“ oder „alle kommen von Saba und opfern Gold und Weihrauch“.

 

Der Zug der Drei Könige

 

Niemand weiß sicher, ob es Magier, Sterndeuter, Weise oder Könige waren. Um das Jahr 200 wurde die Bezeichnung „Könige“ verwendet. Im Vordergrund kommen sie geritten, um das neugeborene Kind zu suchen. Der dunkelhäutige König reitet auf einem Elefanten, die beiden anderen, mit Kronen auf den Häuptern als Könige erkennbar, auf edlen Pferden. Begleitet werden sie von einem berittenen Edelmann und ihren Pagen, die Geschenke darbringen.

 

Die Huldigung der Könige

 

Sie findet vor dem Portikus eines verlassenen römischen Tempels statt. Dies ist ein Bild für das Heidentum, das allmählich vom Christentum abgelöst wird. Bei uns dient der Tempel aber auch als repräsentative Kulisse. Maria sitzt wie eine Königin auf einem Thron. Das Jesuskind auf ihrem Schoß hält als Zeichen seiner Königswürde den Reichsapfel und das Szepter in Händen.

 

Die Drei Könige knien auf den Stufen des Tempels und bringen ihre Gaben dar: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Auf den Stufen liegt als Gabe des Krippenbauers ein winziges Buch als Symbol seines Berufs im Druckgewerbe.

 

Über dem Tempel leuchtet der achtzackige Leitstern der Drei Könige. In seiner Form ist das Kreuz enthalten. In der Mitte des Dreikönigssterns ist das Jesuskind zu sehen, wie es schon der Prophet Bileam geweissagt hat.

 

 

Der Hofstaat

 

In barocken Krippen ist häufig der Hofstaat der königlichen Herrschaften zu sehen, so auch in unserer Aufstellung. Wir erkennen Hofdamen, Marschälle, Minister und Kavaliere. Ihre Kleidung entspricht der Mode des frühen 18. Jahrhunderts. Sie scheinen jedoch mehr mit sich selbst beschäftigt zu sein als mit der Anbetung des Jesuskindes.

 

Die drei Weis-Engel

 

Auf ihrer Reise stellt Gott den Weisen aus dem Morgenland drei Engel zur Seite, die ihnen den Weg weisen. Deshalb werden sie Weisengel genannt. In unserer Aufstellung stehen sie lichtumflutet auf einer Bergkuppe. Sie sind gekleidet wie römische Offiziere. Leuchtend und vielfarbig sind ihre Gewänder. Weißer Federflaum ziert die Diademe. In ihren Händen halten sie geschmückte Kreuzstäbe.

 

Die Flucht nach Ägypten

 

Ganz links oben, in der äußersten hinteren Ecke, ist die Heilige Familie auf der Flucht zu sehen. Der Weg zieht sich am Rande eines steilen Abgrunds entlang. Gefahr droht zudem von den Häschern des Herodes, die dem Kind nach dem Leben trachten. Da stellt ihnen Gott einen Engel zur Seite, der den Flüchtenden den Weg weist. Vielleicht erinnert Sie dieses Bild an Ihren Schutzengel, der auch Sie treu durch Ihr Leben begleitet.

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Szene:
Geburt im Stall

Szene:
Tempel mit Anbetung der Könige

Szene:
Heilige Familie aus der Anbetung der Könige

Szene:
Weisengel Adis Krippe